Geschichte

Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha (1764–1844) begann 1837, die herzoglichen Sammlungen auf der Veste Coburg zusammenzutragen. Dazu gehörte zunächst die Waffensammlung aus dem Zeughaus der Veste, die später um den Bestand des städtischen Zeughauses ergänzt wurde.

Mit der Eröffnung der ersten Ausstellungsräume 1839 begann die Geschichte der Sammlungen als Museum. 1840 wurde der Einbau des aus der Ehrenburg stammenden Jagdintarsienzimmers („Hornstube“) abgeschlossen. Der Herzog bemühte sich auch um die Erfassung von kirchlichen Kunstschätzen des Mittelalters aus der Region, wodurch einige außergewöhnliche Skulpturen auf die Veste kamen.

Wenig später gelangte das bedeutende Kupferstichkabinett von Herzog Franz Friedrich Anton von Sachsen-Coburg-Saalfeld (1750–1806) auf die Veste, das sich zusammen mit seinem Münzkabinett im Zeughaus der Stadt Coburg befunden hatte.

Ernst II. (1818–1893) setzte den Ausbau der Kunstsammlung fort. Er erwarb 1860 die Türkenbeute des kaiserlichen Feldmarschalls Prinz Friedrich Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld sowie die Waffensammlung des Freiherrn von Rohmann.

Mit Unterstützung seines Bruders Albert, dem Gemahl der englischen Königin Victoria, entstand eine Autographensammlung. Kunsthandwerkliche Bestände aus verschiedenen herzoglichen Schlössern, wie Möbel, Kutschen und Schlitten, Glas, Porzellan und Kunstkammerstücke wurden auf der Veste zusammengezogen.

Eine hochkarätige Ergänzung der Glassammlung gelangte aus dem Nachlaß von Herzog Alfred von Sachsen-Coburg und Gotha im Jahre 1901 auf die Veste.

Mit dem Ende des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha wurden große Teile des herzoglichen Kunstbesitzes in das Eigentum der 1919 gegründeten Coburger Landesstiftung überführt, um „zur Förderung der Volksbildung und der Volkswohlfahrt“ für die Öffentlichkeit erhalten zu bleiben.

Heute stellen die Kunstsammlungen der Veste Coburg eine Kombination aus historischen Räumen und moderner Sammlungspräsentation dar. Der kleine Gemäldebestand der Kunstsammlungen, der sich insbesondere durch Werke von Lukas Cranach d.Ä. auszeichnet, konnte 2003 um die erlesene Sammlung altdeutscher Gemälde aus dem Besitz von Georg Schäfer, Schweinfurt, bereichert werden.

Die Finanzierung der Coburger Landesstiftung erfolgt durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Die Bauunterhaltung leistet die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen.