Historische Waffen

Die Coburger Bestände an historischen Waffen gehören in Vielfalt, Güte und Größe zu den bedeutendsten Sammlungen ihrer Art in Europa. Die vielgestaltige Palette reicht von militärischen über jagdliche bis hin zu höfischen Waffen. Mit der Artillerieausstellung „Gebt Feuer!“ eröffnete 2017 eine innovative und multimediale Dauerausstellung zur Geschichte der feuerbetriebenen Artillerie.

Rüstkammer

Der ursprünglichen Zeughausausstattung entsprechend sind im Dachgeschoss des Herzogin-Baus unter anderem Pikenierharnische, Sturmhauben, Degen, Luntenmusketen, Hakenbüchsen aber auch Waffen zur Belagerung und zur Verteidigung befestigter Plätze wie Fallgranaten, Pechkränze oder Sturmtöpfe zu sehen.

Jagdwaffen

In der Jagdwaffenhalle ist eine repräsentative Auswahl der umfangreichen und europaweit bedeutenden Sammlung an Jagd- und Schützenwaffen zu sehen. Der zeitliche Rahmen spannt sich vom späten 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart, der räumliche von Rußland bis Spanien und von Schweden bis Italien. Die Exponate sind von höchster Qualität und wurden von Herstellern nationaler und internationaler Bedeutung angefertigt.

Rechtsgerät

Mittelalterliches Rechtsgerät wie Schandmasken, Daumenschrauben, Handschellen oder ein Richtbeil vermitteln den Eindruck der Rechtsprechung vergangener Jahrhunderte. Strafen waren in erster Linie Vergeltungen – eine Resozialisierung war kaum beabsichtigt. Leibesstrafen überwogen im Vergleich zum Freiheitsentzug. Die kleine, aber repräsentative Sammlung wird durch graphische Illustrationen ergänzt.

Türkenbeute

Im ehemaligen Speisezimmer des Fürstenbaus sind Teile der sogenannten Türkenbeute des Prinzen Friedrich Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld (1737-1815) zu sehen. Diese Kriegsbeute erwarb sich der damals im Dienste Österreichs stehende Prinz als kommandierender General in der Schlacht bei Martinestie am 22. September 1789 gegen die Türken. Die Beute besteht vor allem aus unterschiedlichsten Waffen, aber auch aus diversen Ausrüstungsgegenständen wie Reitzeugen, Zelt und Gerätschaften.

Artillerieausstellung Gebt Feuer

Auf der Gedeckten Batterie präsentieren sich mehr als zehn lafettierte Geschütze unterschiedlicher Größe und Alters. Zu ihnen gehört eine mächtige sächsische halbe Kartaune des frühen 18. Jahrhunderts mit einem Rohrgewicht von 61 Zentnern. Rund 140 Exponate, darunter Mörser, Granatgewehre, Visiereinrichtungen, Lade- und Zündzubehör und Spezialmunition ergänzen die Ausstellung. Medienstationen mit Videoclips unterstützen das sinnliche Erfassen der Geschichte der pulverbetriebenen Artillerie. Eine filmische Großprojektion und Versuchsanordnungen zum Anfassen runden das Erlebnis Artillerie ab.