© Royal Collection Enterprises Limited 2026 I Royal Collection TrustIn der Regierungszeit Herzog Ernst I. (1784–1844) gingen von Frankreich nicht nur große politische und gesellschaftliche, sondern auch kulinarische Umwälzungen aus. War Spitzenküche vor der französischen Revolution nur dem Adel vorbehalten, verbreitete sich die gehobene Esskultur nach diesen Ereignissen zunehmend in bürgerlichen Kreisen. Der Coburger Herzog dürfte diese Entwicklungen mit großem Interesse verfolgt haben, denn er schätzte zeitlebens gutes Essen. Seine Köche begleiteten ihn auf Reisen wie in den Krieg. Einer der herzoglichen „Mundköche“ war Johann Tobias Christian Oehm, der nach seinem Ausscheiden aus dem Hofdienst im Jahr 1854 ein Kochbuch veröffentlichte. Mundkoch Oehm scheint am Coburger Hof eine ganz besondere Persönlichkeit gewesen zu sein, denn man ließ ihn sogar porträtieren.
Obwohl die Küche einen zentralen Aspekt zur repräsentativen Selbstdarstellung eines Fürstenhofes beitrug, sollte ihre Arbeit möglichst unsichtbar bleiben. So wurden die Küchen häufig in Nebengebäuden untergebracht. Dass die Speisen dann oft kalt im Schloss ankamen und dort erst noch einmal aufgewärmt werden mussten, nahm man in Kauf. Denn die fürstliche Tafel war in erster Linie eine Bühne von sozialem Rang und Stellung – und gerade formale Diners waren von einem oftmals umständlichen Zeremoniell begleitet.
Die Pop-Up-Ausstellung der Kunstsammlungen im Münzmeisterhaus gibt einen Einblick in eine bislang eher unbekannte Seite des Lebens am Coburger Hof. Sie erzählt von Küche und Köchen zu Zeiten von Ernst I., erster Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha.


Kunstsammlungen der Veste Coburg
Kunstsammlungen der Veste Coburg